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Parasiten

Flöhe und Zecken bei Hund und Katze: erkennen, entfernen, vorbeugen

Redaktion Actipharm · Veröffentlicht am · 5 Min. Lesezeit

Hund und Katze auf einer frisch gewaschenen Decke, mit Flohkamm, Zeckenkarte und Staubsauger.

Das Wichtigste

  • Auf Hund und Katze leben nur die erwachsenen Flöhe; Eier, Larven und Puppen stecken in Körbchen, Teppichen und Polstern und machen den grössten Teil eines Befalls aus.
  • In der Schweiz sind Flöhe das ganze Jahr aktiv, Zecken vor allem von März bis November; die Auwaldzecke ist bei mildem Wetter schon im Februar und noch im Dezember unterwegs.
  • Eine Zecke wird mit Zeckenzange oder spitzer Pinzette hautnah gefasst und gleichmässig gerade herausgezogen, ohne Öl, Alkohol oder Klebstoff.
  • Antiparasitika für Hunde mit hochkonzentrierten Pyrethroiden wie Permethrin sind für Katzen giftig; in Haushalten mit Katzen sollten sie vermieden werden.

Flöhe sind lästig, Zecken können gefährlich sein. Beide lassen sich gut in Schach halten, wenn man versteht, wie sie leben. Die folgenden Fragen hören Tierärztinnen und Tierärzte in der Sprechstunde immer wieder.

Flöhe

Mein Tier kratzt sich. Wie finde ich heraus, ob es Flöhe hat?

Die winzigen, seitlich abgeplatteten Insekten sind in dichtem oder dunklem Fell kaum zu sehen. Zuverlässiger ist der Test mit dem Flohkamm: Kämmen Sie das Fell hautnah durch, vor allem am Rücken vor dem Schwanzansatz, und streifen Sie das Ausgekämmte auf ein feuchtes, weisses Papiertuch. Bilden sich um die dunklen Krümel rötliche Höfe, handelt es sich um Flohkot, also verdautes Blut.

Warum genügt es nicht, nur das Tier zu behandeln?

Weil auf dem Tier nur ein kleiner Teil der Flöhe lebt. Ein Flohweibchen beginnt kurz nach der ersten Blutmahlzeit mit der Eiablage, im Schnitt rund zwanzig Eier pro Tag. Sie fallen aus dem Fell auf Liegeplätze, Teppiche und Autositze. Daraus schlüpfen lichtscheue Larven, die sich am Teppichgrund von Hautschuppen und Flohkot ernähren und sich verpuppen. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit dauert die Entwicklung zum neuen Floh rund zwei Wochen oder mehrere Monate.

Deshalb gehören zur Behandlung:

  • alle Hunde und Katzen des Haushalts behandeln, nicht nur das Tier, das sich kratzt;
  • Liegeplätze, Teppiche und Polster bei einem Befall täglich saugen und den Staubsaugerbeutel zugebunden im Hausmüll entsorgen;
  • Decken und Kissen heiss waschen, nach ESCCAP Schweiz bei 60 °C;
  • bei starkem oder wiederholtem Befall zusätzlich ein Mittel gegen Eier und Larven, entweder in der Umgebung oder als Präparat am Tier, das die Entwicklung der Flohbrut unterbricht.

Wir behandeln seit Wochen, und es tauchen immer noch Flöhe auf. Was läuft falsch?

Oft nichts. Puppen in der Wohnung schlüpfen noch Wochen nach Behandlungsbeginn und werden auf dem behandelten Tier abgetötet. Wer jetzt aufhört, startet den Kreislauf neu. Typische echte Fehler sind zu lange Abstände zwischen den Anwendungen, ein vergessenes Tier im Haushalt, Baden oder Schwimmen kurz nach einem Spot-on oder Kontakt zu einem befallenen Tier ausserhalb des Hauses.

Können Flöhe Krankheiten übertragen?

Ja. Verschluckt ein Tier beim Putzen einen Floh, kann es sich mit dem Gurkenkernbandwurm anstecken; seine Glieder sehen am After aus wie Reiskörner. Flöhe übertragen auch Bartonellen, den Erreger der Katzenkratzkrankheit, die Menschen anstecken kann. Manche Tiere reagieren allergisch auf Flohspeichel und kratzen sich schon nach wenigen Stichen wund. Bei Jungtieren kann ein starker Befall Blutarmut verursachen.

Zecken

Welche Zecken kommen in der Schweiz vor?

Die wichtigsten Arten sind der Holzbock und die Auwaldzecke. Der Holzbock hat zwei Aktivitätsgipfel, von März bis Juni und von September bis November. Die Auwaldzecke beginnt früher im Jahr und hört später auf. Die Braune Hundezecke überlebt im Schweizer Klima nicht im Freien, kann aber nach einer Reise eingeschleppt werden und sich dann in Wohnungen oder Zwingern ganzjährig vermehren. Zecken sitzen auf Gräsern und Büschen und werden im Vorbeigehen abgestreift; besonders gern stechen sie an Kopf, Ohren, Achseln und Innenschenkeln.

Welche Krankheiten übertragen sie?

Der Stich selbst ist meist harmlos. Gefährlich sind die Erreger. Die Babesiose, übertragen von der Auwaldzecke, ist in der Westschweiz und herdförmig im Mittelland bekannt; sie zerstört rote Blutkörperchen und äussert sich mit hohem Fieber, Schwäche und manchmal dunklem Urin. Unbehandelt kann sie tödlich verlaufen. Der Holzbock überträgt Anaplasmen, die Fieber, Mattigkeit und Lahmheit auslösen können, sowie Borrelien, die bei Hunden meist keine Krankheitszeichen verursachen. Katzen erkranken an zeckenübertragenen Krankheiten deutlich seltener als Hunde.

Bis eine Zecke Erreger überträgt, vergehen in der Regel Stunden bis Tage. Tägliches Absuchen nach dem Spaziergang lohnt sich deshalb.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

  1. Eine Zeckenzange oder eine spitze Pinzette nehmen. Mit den Fingern wird die Zecke leicht gequetscht.
  2. Die Zecke so nah wie möglich an der Haut fassen.
  3. Gleichmässig und ohne Ruck gerade nach oben ziehen. ESCCAP Schweiz rät vom Drehen ab, weil dabei leichter Teile stecken bleiben. Es kann eine halbe Minute dauern, bis sich der Kittstoff löst.
  4. Kein Öl, keinen Alkohol, keinen Klebstoff und keinen Äther vorher auftragen.
  5. Die Stelle in den folgenden Tagen beobachten. Ein kleines Knötchen ist häufig und heilt meist von selbst ab.

Weil kleine Larven und Nymphen leicht übersehen werden, empfiehlt ESCCAP Schweiz nach einem Fund, das Tier mit einem zugelassenen Zeckenschutzmittel zu behandeln.

Spot-on, Halsband oder Tablette?

Form Wie sie wirkt Worauf Sie achten
Spot-on (Auftropfen) Die Lösung wird im Nacken auf die Haut gegeben und verteilt sich über den Hautfettfilm; manche Wirkstoffe halten Zecken zusätzlich fern bis zum Trocknen nicht streicheln lassen; Baden und Schwimmen können die Wirkung verkürzen
Halsband gibt den Wirkstoff über längere Zeit ab muss richtig anliegen; Katzen brauchen einen Sicherheitsverschluss; Kinder nicht damit spielen lassen
Tablette oder Kautablette Wirkstoff gelangt ins Blut; Floh oder Zecke wird beim Saugen abgetötet nicht durch Wasser beeinträchtigt; aromatisierte Tabletten unerreichbar aufbewahren
Spray, Shampoo wirkt vor allem kurzfristig eher Ergänzung als Dauerschutz

Welches Produkt, in welchen Abständen und ob ganzjährig oder saisonal behandelt wird, hängt von Tierart, Gewicht, Alter, Gesundheit und Lebensweise ab. Ein Jagdhund im Mittelland braucht einen anderen Plan als eine Wohnungskatze. ESCCAP Schweiz empfiehlt, die Wiederholung so zu planen, dass kein Schutzloch entsteht. Lassen Sie sich das passende Präparat in der Tierarztpraxis verschreiben und halten Sie sich an die Angaben der Packungsbeilage.

Katzen und Permethrin: ein gefährliches Missverständnis

Viele Spot-ons für Hunde enthalten Permethrin oder andere Pyrethroide in hoher Konzentration. Hunde vertragen das, Katzen nicht: Wegen einer schwachen Enzymaktivität in der Leber bauen sie diese Stoffe nur schlecht ab, und beim Putzen nehmen sie Wirkstoff aus dem Fell auf. Schon das Ablecken eines frisch behandelten Hundes oder das gemeinsame Schlafen im selben Körbchen kann genügen. Die Folgen sind Zittern, Muskelzuckungen, Krämpfe, starkes Speicheln und Unruhe, oft wenige Stunden nach dem Kontakt.

Verwenden Sie bei einer Katze deshalb nie ein Produkt für Hunde, auch nicht «nur ein bisschen». Leben Hund und Katze zusammen, fragen Sie nach einem Präparat ohne Pyrethroide oder halten Sie die Tiere getrennt, bis das Mittel vollständig eingetrocknet ist. Zeigt Ihre Katze Vergiftungszeichen, fahren Sie sofort in die Tierarztpraxis. Ein ausführliches Fallbeispiel finden Sie in Humanmedikamente: Gefahr für Hund und Katze.

Wann sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt

  • Ihr Hund hat in den Tagen oder Wochen nach einem Zeckenbefall Fieber, ist matt, frisst nicht oder setzt dunklen, rotbraunen Urin ab.
  • Ihre Katze zittert, krampft, speichelt stark oder ist auffällig unruhig, nachdem sie mit einem Antiparasitikum für Hunde oder einem frisch behandelten Hund in Kontakt war (Notfall; Tox Info Suisse berät unter 145).
  • Ihr Tier kratzt sich trotz Flohbehandlung weiter oder hat Krusten, kahle oder nässende Stellen, besonders am Rücken vor dem Schwanzansatz.
  • Am After oder im Kot sehen Sie kleine, reiskornartige Bandwurmglieder.
  • Ihr Hund lahmt plötzlich, hat geschwollene Lymphknoten oder wirkt ohne erkennbaren Grund krank, und er war zeckenexponiert.
  • Sie reisen mit Ihrem Tier in den Mittelmeerraum, wo weitere durch Parasiten übertragene Krankheiten vorkommen.

Allgemeine Information. Sie ersetzt nicht die Beratung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Quellen

  1. ESCCAP Schweiz: Flöhe
  2. ESCCAP Schweiz: Zecken
  3. ESCCAP Schweiz: Empfehlung GL3, Bekämpfung von Ektoparasiten bei Hunden und Katzen (PDF)
  4. ESCCAP Schweiz: Bekämpfung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten bei Hunden und Katzen (PDF)
  5. CliniTox, Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie Zürich: Pyrethroide und Pyrethrine

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